Erste Palmöl-Konferenz bei Nölken

Nölken hält am 16.11.2016 die erste Konferenz zum Thema „nachhaltiges Palmöl“ ab. Eingeladen sind die Lieferantenfirmen für Palm(kern)öl-Derivate. Auf dem Podium berichten Vertreter aus der Industrie und dem Forum Nachhal-tiges Palmöl (FONAP).

Maike Möllers vom FONAP über den Anbau von Palmöl

 

15 Vertreter von Rohstofflieferanten sind der Einladung zur ersten Palmöl-Konferenz bei Nölken Hygiene Products GmbH in Windhagen gefolgt. Ziel der Veranstaltung war der Austausch zwischen verschiedenen Interessensvertretern der Wertschöpfungskette, um Palmöl bis zur Mühle rückverfolgbar zu machen.

 

Nachhaltigkeitsmanagerin Johanna Jung präsentierte die Palmöl-Strategie des mittelständischen Kosmetikherstellers und erläuterte die  lang- und kurzfristigen Ziele.

Nölken hat sich 2013 dem FONAP angeschlossen und sich dazu verpflichtet, bis 2020 komplett auf nachhaltige Palm(kern)öl-Derivate umzustellen. „Wir stellen unsere palmölbasierten Rohstoffe sukzessive auf nachhaltige und zertifizierte Quellen um, weil wir konsequent nachhaltig handeln möchten“, erklärt Jung in ihrem Vortrag.

 

Später ging Maike Möllers vom Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) auf die Probleme in der Wertschöpfungskette ein: „Weltweit werden rund 65 Mio. t Palm- und Palmkernöl produziert. Dieser Flächenverbrauch hat enorme Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Natur vor Ort.“ Für den Anbau werden Regenwälder gerodet und Torfböden trocken gelegt, was eine große Menge an CO2 freisetzt. Außerdem werden indigene Bevölkerungsgruppen vertrieben und die große Artenvielfalt zerstört.

 

Aus den Reihen der Verbraucher wird die Kritik gegenüber Herstellern und Handelsunternehmen laut und viele Kunden fordern palmölfreie Produkte, beschreibt die Vertreterin eines großen Drogeriemarkthändlers.

 

Würde Palmöl allerdings durch andere Öle ersetzt werden, würden ökologische und soziale Probleme nur auf andere Regionen verlagert werden. Dies gilt insbesondere für den Austausch gegen Soja- und Kokosnussöl, wovon letzteres für Kosmetikprodukte die einzig verfügbare pflanzliche Alternative wäre. Unter den Ölpflanzen hat die Ölpalme mit Abstand den höchsten Ertrag. Viele große Nichtregierungsorganisationen, wie z.B. WWF oder Greenpeace, fordern daher, sich nicht von Palm(kern)öl abzuwenden, sondern auf nachhaltig angebaute Erzeugnisse umzusteigen. Eine vom FONAP in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass 2015 schon 72 % des rund 1,2 Millionen Tonnen Palmöl und Palmkernöl-Verbrauchs in Deutschland aus nachhaltiger Produktion stammen.

 

Der Hersteller für kosmetische Rohstoffe, Dr. Straetmans, hat  das Ziel, vollständig auf nachhaltiges Palmöl umzustellen und sich deshalb dem FONAP angeschlossen. Wie sie den Weg genau bestritten haben, erläuterte Frau Prodöhl in einem Best-Practice-Vortrag.

 

Mit der Konferenz sollte das gemeinsame Verständnis für Palm(kern)öl gerade bei den kleineren Lieferanten verankert werden. Nun sollen mit den Unternehmen konkrete Ziele und Maßnahmen zur Umstellung auf nachhaltige Erzeugnisse erarbeitet werden.

 

Hier können Sie das Palmöl-Statement von Nölken Hygiene Products  downloaden.

 

Den Endbericht über den Palmölmarkt 2015 können Sie hier downloaden.