Umsetzung der CSR-Berichtspflicht

Große Unternehmen müssen ab sofort nicht nur finanziell Rechenschaft ablegen, sondern auch über ihr soziales und ökologisches Handeln berichten. Der deutsche Bundestag hat Anfang März 2017 dazu das Gesetz zur CSR-Berichtspflicht verabschiedet. Nölken Hygiene Products GmbH hat am 16.3.2017 aus der Unternehmenspraxis berichtet.

Schon 2014 hatte die EU die entsprechende Richtlinie zur CSR-Berichtspflicht verabschiedet. Diese besagt, dass auch Daten zu Umwelt-, Sozial- und Arbeitnehmerbelangen, zur Achtung der Menschenrechte und Korruptionsbekämpfung veröffentlicht werden müssen. Am 8.3.2017 hat nun der Bundestag das Gesetz zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichterstattung in Unternehmen in ihren Lage-  und Konzernlageberichten verabschiedet. Das Gesetz gilt gleichermaßen für kapitalmarktorientierte Unternehmen, Kreditinstitute sowie Versicherungsunternehmen. Allerdings sind nur die betroffen, die mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigen und entweder eine Bilanzsumme von 20 Millionen Euro oder Umsatzerlöse von 40 Millionen Euro erzielen. Neben den Großunternehmen müssen sich auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) verstärkt mit dem Thema Transparenz auseinandersetzen. Denn es ist zu erwarten, dass betroffene Unternehmen nichtfinanzielle Informationen auch von ihren Lieferanten einfordern. Das Gesetz gilt rückwirkend ab dem 1.1.2017.

CSR-Berichtspflicht auf Regionalebene

Aufgrund der anstehenden CSR-Berichtspflicht hatte die IHK Koblenz am 16.3.2017 Geschäftsführer, Entscheider und Beauftragte zu ihrer Veranstaltung „Mit Transparenz Vertrauen schaffen – CSR-Berichtspflicht in der Praxis“ eingeladen. Unternehmen die direkt oder indirekt betroffen sind, konnten sich an dem Nachmittag über die verbundenen Auflagen informieren. Beispiele aus der Unternehmenspraxis zeigten die Möglichkeiten der Umsetzung.

Unternehmensvertreter und CSR-Experten von Zweites Deutsches Fernsehen, Nölken Hygiene Products, Gerolsteiner Brunnen und BeoPlast Besgen stellten ihre Good-Practice Beispiele vor. Nachhaltigkeitsmanagerin Johanna Jung berichtete über die Offenlegung und Kommunikation nichtfinanzieller Informationen bei dem Mittelständler Nölken Hygiene Products. Das Familienunternehmen hat nur indirekt durch seine Kunden mit dem CSR-Gesetz zu tun. Es begann seine CSR-Kommunikation schon 2011 aufgrund seiner strategischen Neuausrichtung. Denn CSR-Berichterstattung funktioniert nur, wenn sie in eine ganzheitliche Strategie eingebunden ist. Der CSR-Bericht der Nölken Hygiene Products GmbH ist daher nur eine komprimierte Visualisierung des Nachhaltigkeitsmanagements.

DNK ist anerkannter Berichtsstandard

Tabea Siebertz vom Rat für Nachhaltige Entwicklung gab den rund 50 Zuhörern Einblicke in den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Dieser ist neben der Global Reporting Initiative (GRI) dem United Nations Global Compact (UNGC) und der ISO 26000 für die Berichtspflicht zugelassen. „Wir sind dafür da, die Informationen transparent zu machen“, erklärt sie das primäre Ziel des DNK. Die Vorteile des DNK liegen in der Vergleichbarkeit der Daten. Anwender veröffentlichen die relevanten Informationen einheitlich auf der DNK-Plattform. Somit können sich Stakeholder über Angaben in den Bereichen Strategie, Prozessmanagement, Umwelt und Gesellschaft informieren.
Mittlerweile wenden rund 190 Unternehmen, Organisationen und Vereine den DNK für die CSR-Berichterstattung an.